Wasserzeichen in Fotos einfügen: Pro und Contra

Veröffentlicht ein Fotograf im Internet seine Bilder um sich mit seinem Showreel in Szene zu setzen, ist ein Wasserzeichen im Foto unverzichtbar. Auf der einen Seite werden natürlich die eindrucksvollsten Werke gezeigt, um sich bestmöglich zu präsentieren, auf der anderen Seite wird das Bildmaterial auf der ganzen Welt geteilt und findet sich dann auf anderen Webseiten im Netz wieder. Die einfachste Möglichkeit um Fotos zu schützen ist nach wie vor das oftmals verpönte Wasserzeichen – hier ein paar Tipps, um Wasserzeichen wirkungsvoll und nicht störend einzusetzen.

Lästige Wasserzeichen vermeiden

Je nach Anwendungszweck gilt es den richtigen Wasserzeichen Typ zu wählen. Oft wird hier leider über das Ziel hinausgeschossen: Gerade bei Portfolio Präsentationen von Fotografen sind dezente Markierungen gefragt, da ein großes und prägnantes Wasserzeichen auch mit Transparenz Effekt sehr von der eigentlichen Aufnahme ablenken kann. Großflächige Wasserzeichen, die sich über das ganze Bild ausbreiten sind natürlich ein No Go.

Ästhetische und wirksame Wasserzeichen erstellen

Wichtig ist hier ein dezenter, aber eindeutiger Copyright Vermerk, der den Urheber der Aufnahme aufzeigt – zugleich muss allerdings ein Klau des Fotos unattraktiv gemacht werden. Hier gilt es auch das Wasserzeichen richtig zu positionieren und auszurichten. Am Besten natürlich zufällig, damit die Wasserzeichen einer komplette Fotoserie nicht automatisiert und bequem aus hunderten Bilder entfernt werden können. Dies wird erreicht durch gedrosselte Bildqualität und -größe oder Effekte, wie beispielsweise einem Sofortbild Rahmen samt leichter Rotation.

Wasserzeichen Software: Die Qual der Wahl

Prinzipiell eignet sich jede Bildbearbeitungs- und Foto Software zum Einfügen von Wasserzeichen in Bildern – ja, sogar Microsoft Paint oder die Vorschau in Mac OS können verwendet werden um Wasserzeichen einzufügen. Natürlich ist das Handling eher mühsam und der Anwender fühlt sich wie ein Autogrammschreiber und darf jedes Bild einzeln signieren.

Seit längerem gibt es unzählige Applikationen, die sich genau diesem Zweck verschrieben haben. Zudem bieten professionelle Programme wie Adobe Lightroom mittlerweile auch eine dezidierte Funktion für den Bildschutz an, die per Stapelverarbeitung eine beliebige Anzahl von Fotos mit Wasserzeichen versieht. Viele Anbieter decken lediglich die Grundfunktionen ab, einige wenige aber bringen eine Art automatisierbares, kleines Photoshop mit um seine Bilder zu schützen.

Komplexer und dynamischer Bildschutz

Wie bereits erwähnt gibt es Wasserzeichen Software wie Sand am Meer. Viele Anwendungen sind gratis, allerdings zahlt es sich aus zwei Mal hinzusehen – auch bei vielen kostenpflichtigen Angeboten.

Für Einsteiger empfiehlt sich Visual Watermark oder PhotoBulk. Beides sind sehr gute Tools , die repetitive Bildbearbeitungen abnehmen, aber in Sachen dynamischen Bildschutz nur die Basis mitliefern, d.h. das Einfügen von Logos und Texten in Bilder ist per Stapelverarbeitung möglich – Skalierung und Neubenennung inklusive.

Wer es ausgefeilter will greift zur App bulkWaterMark von PMlabs. Die Software ist sozusagen das Schweizer Taschenmesser fürs Wasserzeichen Erstellen unter Windows und braucht nach der ersten Konfiguration nur mehr Bildmaterial – und Daten, wenn das Wasserzeichen dynamisch sein soll.

Zuerst wird bei bulkWaterMark im Trockentraining das Wasserzeichen konfiguriert und entworfen. Dabei kann die Software Text in Bilder einfügen, der aus verschiedensten Datenquellen kommt: Mal werden die Exif Daten der Kamera angezapft, ein anderes Mal soll in die Urlaubsfotos der genaue Ort oder die Adresse der Aufnahme anhand der Geodaten ins Bild sichtbar eingefügt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Daten aus einer Excel Tabelle einzulesen, in der sich zu jedem Bild individuelle Text definieren lassen.

Ist die Optik der Wasserzeichen erst mal festgelegt, kann dieses als Profil abgespeichert werden und jederzeit immer wieder auf einen frischen Stapel von Bildern gestempelt werden. Zusätzlich ist es auch möglich Bilder einzurahmen, zu skalieren oder auch umzubenennen – ebenfalls komplett datengetrieben. Auch wenn sich das Ganze am Anfang komplex anhört und man sich von der Wucht an Funktionen etwas überfordert fühlt, gelingt die Übung zukünftig schnell und einfach, da ein fertiges Profil einfach vom Windows Explorer aus mit lediglich drei Klicks ans Ziel führt und sämtliche ausgewählte Bilder mit kreativen und dynamischen Wasserzeichen verziert.

Werbeeffekt ausnutzen

Sobald das perfekte Setup fürs Brandmarken gefunden wurde, werden die Bilder veröffentlicht. Erzielen die Fotos im Internet eine hohe Reichweite helfen Wasserzeichen bei der Monetarisierung von Content. Wasserzeichen werden dazu häufig im Bereich der Event Fotografie verwendet. Viele Fotografen halten Nachtschwärmer beim Feiern fest und verwenden oft Wasserzeichen in ihren Fotos als Werbebotschaft zum Einblenden von Sponsoren oder Veranstaltungstipps für das nächste Wochenende. Auch Blogs können durch Einblendung von Wasserzeichen in Fotos und Videos ohne die traditionellen Internet Werbekanäle Geld verdienen – die Wasserzeichen sind unsichtbar für Ad Blocker, da direkt im vom Besucher erwünschten Content integriert.

Fazit

Wasserzeichen sind besser als ihr Ruf. Richtig und geschmackvoll eingesetzt, verringern sie nicht nur das Risiko einer Urheberrechtsverletzungen, sondern haben durchaus einen werbewirksamen Nutzen. Mit den richtigen Tools ist die Erstellung von Wasserzeichen in Bildern kein mühseliger Kraftakt mehr, sondern gelingt nach erstmaliger Einrichtung in wenigen Augenblicken.

Bild: Bigstockphoto.com / lenets_sergey

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