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Das Gedicht im Dadaismus: Mit Unsinntexten gegen den Kriegswahnsinn

Als Dadaismus bezeichnet man eine Strömung der Kunst, die unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs entstand. Der Dadaismus war als künstlerische Strömung eher kurzlebig, hatte aber einen großen Einfluss auf andere Strömungen. Direkte Nachfolgerbewegungen sind zum Beispiel die Konkrete Lyrik oder der Surrealismus.

Ursprünge des Dadaismus

Die künstlerische Bewegung entstand zuerst in Zürich. Dank der politischen Neutralität der Schweiz konnten sich dort Künstler aus europäischen Ländern treffen – in ihren Heimatländern waren sie durch die Schließung der Grenzen, aber auch durch Verpflichtung zum Kriegsdienst von ihren Kollegen abgeschnitten. Die pazifistische Einstellung einte die dadaistischen Künstler.

Hauptkennzeichen des Dadaismus sind die Ablehnung bürgerlicher Ideale und konventioneller Kunstformen. Parodie und Überspitzung sind zentrale Stilmittel dadaistischer Kunst, auch Provokation und Beschimpfung des Publikums gehören zum dadaistischen Repertoire.

Das Lautgedicht

Das Lautgedicht wird weithin als das Dadaismus-Gedicht schlechthin angesehen. Charakteristisch für Lautgedichte ist der Verzicht auf jegliche sinntragende Worte – Lautpoesie ist abstrakte Dichtung. Dahinter steckt das Unbehagen der Künstler am Journalismus: Man empfand die Sprache als „verwüstet und unmöglich geworden“ (Hugo Ball), man wollte auf diese pervertierte, missbrauchte Sprache verzichten und sich auf die „tiefste Alchemie des Wortes“ besinnen.

Gedichte aus der heutigen Zeit finden Sie hier.

Das Simultangedicht

Eine weitere Form des dadaistischen Gedichts ist das Simultangedicht. Hier werden mehrere Texte in verschiedenen Sprachen gleichzeitig vorgetragen.

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Artikelbild: Das Gedicht „Karawane“ von Hugo Ball (Quelle Dada Almanach. Berlin: Erich Reiss Verlag, 1920, S. 53)